Humane iPSC-Modelle und Organoide

Unser erfahrenes Team von translationalen Stammzellforscher/innen übernimmt die kundenspezifische Herstellung und Charakterisierung von humanen induzierten pluripotenten Stammzellen (hiPSC), die sowohl von gesunden Spendern als auch von Patienten erfolgen kann. Für die Differenzierung dieser Zellen werden robuste Protokolle für verschiedene Zelltypen ((neuro)ektodermale, mesodermale und endodermale) verwendet, wobei hierbei sowohl 2D- als auch 3D-Formate (inkl. Organoide) Anwendung finden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt unserer Arbeiten ist die multiparametrische zelluläre Phänotypisierung von hiPSC-basierten Krankheitsmodellen, die durch High-Content Imaging ermöglicht wird. Darüber hinaus umfasst die Arbeit die Entwicklung von Assays sowie die Prozessautomatisierung, um deren Effizienz und Durchsatz zu steigern.

Zur Beurteilung der Wirksamkeit und Toxizität von niedermolekularen Wirkstoffkandidaten werden unter anderem Permeationsstudien mit in-vitro Blut-Hirn-Schranke-Modellen durchgeführt, um die Durchlässigkeit potenzieller Wirkstoffe zu analysieren.

 

Kernkompetenzen:

  • Nutzung etablierter iPSCs aus großen nationalen und internationalen iPSC-Repositorien
  • Robuste Differenzierung humaner iPSCs in krankheitsrelevante Zelltypen und Gewebe des (neuro)ektodermalen, mesodermalen und endodermalen Ursprungs in 2D- und 3D-Formaten
  • Kontinuierliche Entwicklung, Optimierung und Prozessautomatisierung zellbasierter Assays
  • Funktionelle Charakterisierung komplexer iPSC-basierter Modelle, unter anderem mittels Gehirnorganoiden und Herzmuskelgeweben

 

Ziele/Angebote:

  • Kundenspezifische Generierung und Qualitätskontrolle von humanen iPSCs aus Patientenproben und von gesunden Spendern
  • Genomeditierung in iPSCs zur Erzeugung isogener Kontroll- und Krankheitsmodelle sowie zur Entwicklung von iPSC-Reporterzelllinien
  • Multiparametrische molekulare und zelluläre Phänotypisierung von iPSC-Krankheitsmodellen, unter anderem optimiert auf High-Content Imaging
  • Beurteilung der Wirksamkeit und Toxizität von niedermolekularen Wirkstoffkandidaten
  • Permeationsstudien mit in-vitro-Modellen der Blut-Hirn-Schranke

BioDEL

Das Ziel des BioDEL-Projektes ist die Entwicklung von humanen in vitro-Testsystemen zur standardisierten und prädiktiven Hochdurchsatztestung von PROTACs und anderen molekularen Degradern sowie die Etablierung von Carrier-Plattformtechnologien, die die rationale Entwicklung eines maßgeschneiderten Carrier-Systems für die zielgerichtete Delivery eines spezifischen PROTAC-Moleküls erlauben. Außerdem werden prädiktive in vitro-in vivo-Korrelationen (IVIC) und in silico-Modelle entwickelt, die den zukünftigen erfolgreichen therapeutischen Einsatz von PROTACs ermöglichen.

CureMILS/SynLeigh

Das mitochondriale DNA (mtDNA)-assoziierte Leigh-Syndrom (MILS) ist eine unheilbare seltene Hirnerkrankung bei Säuglingen und Kindern. MILS wird in der Regel durch mtDNA-Mutationen in der ATP-erzeugenden Untereinheit MT-ATP6 verursacht. Unser Konsortium hat neuronale Zellen, die von MILS-Patienten durch zelluläre Umprogrammierung erzeugt wurden, zur Durchführung von Hochdurchsatzscreens von Repurposing-Substanzbibliotheken verwendet, was die Identifizierung neuer therapeutischer Strategien ermöglicht. Wir haben Phosphodiesterase-5-Inhibitoren (PDE5i) als potenzielle Therapieoption für MILS identifiziert und ihre positive Wirkung in umfangreichen multi-omics Studien bestätigt. Heilversuche von PDE5i haben sich bei MILS-Patienten als vorteilhaft erwiesen. Wir haben eine multinationale klinische Studie auf den Weg gebracht und einen konkreten Weg zu einem neuen Behandlungsstandard für MILS vorgeschlagen.

COMMUTE

© Fraunhofer SCAI

Das Projekt zielt darauf ab, systematisch Beweise für die Komorbidität zwischen COVID-19 und neurodegenerativen Erkrankungen (wie Alzheimer und Parkinson) zu sammeln. Ein Hauptziel von COMMUTE ist es, die Mechanismen zu entschlüsseln, die dem möglichen Zusammenhang zwischen SARS-CoV-2 und Neurodegeneration zugrunde liegen, und Modelle zu entwickeln, die eine personalisierte Risikobewertung für COVID-19-induzierten kognitiven Verfall ermöglichen. Ein weiteres Hauptziel von COMMUTE ist die Entwicklung von zellulären Testsystemen zur Identifizierung von Kandidaten für die Wiederverwendung von Medikamenten, die das durch COVID-19 verursachte Risiko für Neurodegeneration verhindern oder verringern. Schließlich werden im Rahmen der ethischen und rechtlichen Arbeiten des Konsortiums Empfehlungen für den Umgang mit ethischen und rechtlichen Aspekten des virusinduzierten Risikos neurodegenerativer Erkrankungen erarbeitet.

Weiterführende Informationen

CELLebrate

Ziel des CELLebrate-Projekts ist die Entwicklung einer innovativen Live-Cell-Painting-Plattform zur parallelen Untersuchung verschiedener subzellulärer Strukturen in Echtzeit. Durch die stabile Integration fluoreszierender Marker in unterschiedliche Organellen von hiPSCs mittels Gen-Editing können Veränderungen der Morphologie und Organisation zellulärer Komponenten dynamisch verfolgt werden. Dies ermöglicht die Analyse von Wirkung und Toxizität potentieller Wirkstoffe in krankheitsrelevanten Zelltypen, wie Herz- oder Nervenzellen, in patientennahen in vitro Modellen. Das Projekt soll die präklinische Wirkstoffentwicklung verbessern und so zur Entwicklung sichererer und wirksamerer Therapien beitragen.

MEK2

Das Cardio-Facio-Cutaneous-(CFC)-Syndrom ist eine seltene genetische Entwicklungsstörung, die unter anderem mit neurologischen Auffälligkeiten einhergeht. Obwohl insbesondere Mutationen im MEK2-Gen zu schweren neurologischen Defekten führen, sind die Auswirkungen einer MEK2-Dysfunktion auf die Gehirnentwicklung bislang wenig erforscht. Ziel dieses Projekts ist die Untersuchung der Auswirkungen von MEK2 Mutationen auf die Gehirnentwicklung und -funktion mithilfe patientenspezifischer hiPSCs und entsprechender isogener Kontrolllinien. Durch die Differenzierung in relevante Zelltypen des zentralen Nervensystems, darunter Neurone, Astrozyten und Mikroglia, werden krankheitsrelevante Veränderungen auf molekularer und funktionaler Ebene in 2D- und 3D-in-vitro-Modellen analysiert. Auf diese Weise sollen die zugrunde liegenden molekularen Krankheitsmechanismen besser verstanden werden, um die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze CFC-Syndrom zu verbessern.

Fell J, Pavez-Giani MG, Koitka F, Kensah G, Santos GL, van der Vorst EPC, Lenz C, Salinas G, Busley AV, Fedorenko A, Hindmarsh R, Wolf CM, Lutz S, Hasenfuss G, Zimmermann WH, Wollnik B, Cyganek L. Targeting Interleukin-8-Mediated Cellular Crosstalk Reverses Hypertrophic Cardiomyopathy and Cardiac Fibrosis in Noonan Syndrome.
Circulation. 2026.
doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.125.074155

 

Zink A*, Dai D*, Wittich A*, Henke MT*, Pedrotti G*, Heiduschka S*, … Brunetti D*, Del Sol A*, Bottani E*, Pless O*, Schuelke M*, Prigione A*.
Pluripotent stem-cell-based screening uncovers sildenafil as a mitochondrial disease therapy.
Cell 2026 Mar 19;44(1):1591-1874.
doi: 10.1016/j.cell.2026.02.008

 

Krieg K, Materna-Reichelt S, Naber T, Rachad FZ, Kauven P, Weller A, Haferkamp U, Wittich A, Zaliani A, Woo MS, Walkenhorst M, Siegmund M, Harberts J, Zierold R, Blick R, Conze C, Muschong P, Miltner D, Friese MA, Mezler M, Siegmund H, Evert K, Krasemann S, Gužvić NS, Klein CA, Werner-Klein M, Wegener J, Pless O. Cortical organoid-derived models of the melanoma brain metastatic niche enable prioritization of cancer-targeting drugs.
Cell Reports Methods 2025 Dec 15;5(12):101236.
doi: 10.1016/j.crmeth.2025.101236

 

Busley AV, Gutiérrez-Gutiérrez Ó, Hammer E, Koitka F, Mirzaiebadizi A, Steinegger M, Pape C, Böhmer L, Schroeder H, Kleinsorge M, Engler M, Cirstea IC, Gremer L, Willbold D, Altmüller J, Marbach F, Hasenfuss G, Zimmermann WH, Ahmadian MR, Wollnik B, Cyganek L. Mutation-induced LZTR1 polymerization provokes cardiac pathology in recessive Noonan syndrome.
Cell Reports. 2024; 43(7):114448.
doi: 10.1016/j.celrep.2024.114448

 

Knauer C, Haltern H, Schoger E, Kügler S, Roos L, Zelarayán LC, Hasenfuss G, Zimmermann WH, Wollnik B, Cyganek L. Preclinical evaluation of CRISPR-based therapies for Noonan syndrome caused by deep-intronic LZTR1 variants.
Mol Ther Nucleic Acids. 2024; 35(1):102123.
doi: 10.1016/j.omtn.2024.102123