Feierliche Übergabe des EFRE-Bewilligungsbescheids für BSL3-Labore

Hochtechnologische Anlage stärkt Wettbewerbsfähigkeit am Biotechnologie-Standort Penzberg

Das Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP forscht an innovativen Therapien, um Krankheiten besser zu verstehen und zu behandeln. Im Beisein von Tobias Gotthardt, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, erfolgte heute die feierliche Übergabe des EFRE-Bewilligungsbescheids für das »BSL3 Gerät Hochtechnologie am Standort Penzberg« des Fraunhofer ITMP für Immunologie, Infektions- und Pandemieforschung IIP in Penzberg/München.

© Marc Conzelmann/M8 Media House
Scheckübergabe (v.l.n.r.) mit PD Andreas Wieser, Staatssekretär Tobias Gotthardt, Prof. Michael Hoelscher und Prof. Gerd Geißlinger
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Staatssekretär Tobias Gotthardt beim Pipettieren im Labor

Am Standort Penzberg des Fraunhofer ITMP entsteht in hochmodernen Laboren mit international wettbewerbsfähiger Infrastruktur eine einzigartige Bündelung infektiologischer Expertise in den Bereichen Analytik, Medizin, Bakteriologie, Virologie und Protein-Biotechnologie. Staatssekretär Tobias Gotthardt übergab heute den EFRE-Bewilligungsbescheid für das »BSL3 Gerät Hochtechnologie am Standort Penzberg«. Ziel der Förderung ist es, den Standort Penzberg und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die wissenschaftlichen Erkenntnisse schneller in klinische Anwendungen und industrielle Innovationen zu überführen. Der EFRE ist ein Europäischer Struktur- und Investitionsfonds der Europäischen Union und steht für eine moderne, innovationsorientierte europäische Strukturpolitik. Die Förderung erfolgt im Rahmen des operationellen Programms »Investition in Beschäftigung und Wachstum« Bayern 2021 – 2027 und umfasst rund acht Millionen Euro.

Staatssekretär Martin Gotthardt unterstreicht die Bedeutung für biomedizinische Innovationen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit: »Bayern ist Hotspot für biomedizinische Innovationen – und die Biotechnologie ist längst ein bedeutender Wirtschaftsfaktor im Freistaat. Besonders freut mich, dass wir mit unserem starken Ökosystem aus innovativen Unternehmen, engagierten Gründern und exzellenter Forschung beste Voraussetzungen schaffen, um wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in neue Anwendungen und wirtschaftlichen Erfolg zu überführen. Der neue Standort des Fraunhofer-Instituts für Immunologie, Infektions- und Pandemieforschung einschließlich der Pandemic Alliance Munich in Penzberg und München ist dafür ein starkes Signal. Gemeinsam mit dem Bund und der EU investieren wir hier rund 100 Millionen Euro. Diese enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft stärkt den Standort nachhaltig und entwickelt die Region weiter zu einem führenden Zentrum der Immun- und Pandemieforschung.«

»Mit den neuen Laboren entsteht eine leistungsfähige Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung, Diagnostik und pharmazeutischer Entwicklung. Dies stärkt nicht nur nachhaltig den sogenannten ›Medical Valley‹ am Biotechnologie-Standort in Penzberg sondern fördert auch eine schnelle Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Anwendung«, ergänzt Prof. Gerd Geißlinger, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer ITMP

 

Hochtechnologische Anlage sichert international wettbewerbsfähige Forschung

Die Errichtung der Labore ermöglicht die Forschung direkt am Krankheitserreger mit besonderer Relevanz für den Menschen. Dies ist essenziell, da Modellorganismen oft nicht ausreichen, um die Übertragbarkeit und Wirkung auf den Menschen vollständig zu verstehen. Die Labore werden mit modernster Technologie ausgestattet, darunter hochpräzise Analysegeräte wie Massenspektrometer und Durchflusszytometer. Dies beschleunigt die Entwicklung von Diagnostika, Therapeutika und Impfstoffen erheblich. Die neuen Labore erfüllen höchste Sicherheitsstandards gemäß der Gentechnik-Sicherheitsverordnung (GenTSV) und der Biostoffverordnung (BioStoffV). Die Errichtung der Labore leistet einen entscheidenden Beitrag zur Pandemieforschung und Infektionsprävention.

 

Über das Fraunhofer ITMP-IIP

Das Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP bündelt mit Standorten in ganz Deutschland Expertise in wichtigen Gesundheitsbereichen- wie Immunologie, um wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in die medizinische Praxis zu überführen. Der Institutsteil für Immunologie, Infektions- und Pandemieforschung IIP in Penzberg/München befindet sich derzeit im Aufbau. Seit Mai 2022 sind die Labore am Roche Biotechnologie-Zentrum in Penzberg in Betrieb. Der Standort wird bis 2028 in ein eigenes Gebäude umziehen, das Platz für rund 50 Forschende bietet. Dazu soll ein autarker S3-Bereich errichtet werden. Die geplanten Arbeiten konzentrieren sich auf die Erforschung von Nachweiseverfahren der Biologie von bakteriellen und viralen Krankheitserregern sowie Ansätze zur Stärkung des Immunsystems.