Feierliches Richtfest in Penzberg

Das Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP setzt weiteren Meilenstein für den Wissenschafts- und Pharmastandort Bayern

Nach Fertigstellung der Rohbauarbeiten feierte das Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP gestern das Richtfest für den Neubau des Standorts für Immunologie, Infektions- und Pandemieforschung IIP in Penzberg. Hochrangige Gäste wie Dr. Markus Söder, MdL und Bayerns Ministerpräsident, Alexander Dobrindt, MdB und Bundesminister des Innern, Hubert Aiwanger, MdL und Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Markus Blume, MdL und Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Veronika von Messling, Abteilungsleiterin im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Prof. Dr. Dr. Matthias Tschöp, LMU Präsident und Elisabeth Ewen, Vorständin bei der Fraunhofer Gesellschaft, würdigten den Baufortschritt und betonten die großen Chancen für biomedizinische Innovationen und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Am Standort Penzberg sollen Arbeitsplätze für 50 Mitarbeitende entstehen, die zur Stärkung der regionalen und nationalen Forschungslandschaft beitragen. Der Einzug in das Gebäude ist für das Frühjahr 2028 geplant.

© Marc Conzelmann/M8 Media House
Abb. 1 Beim Richtfest vor dem Rohbau des neuen ITMP-Standortes in Penzberg. V.l.n.r. : Thomas Kopf, Erster Bürgermeister Penzberg, Prof. Dr. Dr. Matthias Tschöp, LMU-Präsident, PD Dr. Andreas Wieser, Stellvertretender Standortleiter Penzberg/München Fraunhofer ITMP, Prof. Dr. Markus Lerch, LMU, Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Prof. Dr. Michael Hoelscher, Standortleiter Penzberg/München Fraunhofer ITMP, Dr. Markus Söder, Bayerns Ministerpräsident, Prof. Dr. Dr. Geißlinger, Institutsleiter Fraunhofer ITMP, Alexander Dobrindt, Bundesminister des Innern, Markus Blume, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst. Dr. Johann Bertl, Landrat Penzberg, Prof. Dr. Veronika von Messling, Abteilungsleiterin BMFTR, Elisabeth Ewen, Fraunhofer Gesellschaft, Marcus Fissan, HENN Architekten
© Marc Conzelmann/M8 Media House
Abb. 2 Rohgebäude Fraunhofer ITMP Penzberg

Nach dem Spatenstich im Mai vergangenen Jahres feierte das Fraunhofer ITMP gestern gemeinsam mit hochrangigen Gästen aus Politik, Industrie und Wissenschaft sowie den beteiligten Gewerken das Richtfest für den Neubau in Penzberg. Auf einem ca. 9000 m² großen Grundstück entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft des Kompetenzzentrums für Life Sciences von Roche eine einzigartige Bündelung infektiologischer Expertise in den Bereichen Analytik, Medizin, Bakteriologie, Virologie und Protein-Biotechnologie. Das Gebäude verfügt über eine Nutzfläche von etwa 1150 m². Mit fünf Geschossen und einer Höhe von 21 Metern wird das Gebäude modernste Labore mit international wettbewerbsfähiger Infrastruktur bieten, darunter High-Throughput-Technologien sowie eine Biobank. Die Finanzierung des Neubaus erfolgt durch eine Förderung in Höhe von insgesamt 21 Millionen Euro, aufgeteilt zwischen Bund und dem Freistaat Bayern. 

Neuer Standort sichert internationale Wettbewerbsfähigkeit

Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder betonte die Relevanz für die internationale Wettbewerbsfähigkeit: »Gesundheitsforschung macht das Leben länger und besser. Kräftige Investitionen in Hightech und Technologie sind unsere Chance im internationalen Wettbewerb. Wir wollen, dass Pharma- und Medizinforschung weiter eine Zukunft in Deutschland haben. Mit der Hightech Agenda investiert der Freistaat insgesamt sechs Mrd. Euro in Bio-Life-Sciences und Medizin genauso wie in KI, Super Computing und Luft- und Raumfahrt. Hier in Penzberg wird theoretische Forschung mit der Umsetzung in die Praxis verzahnt. Das verbessert die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Bayern insgesamt und sorgt für weitere Investitionen von Global Playern wie Roche. Hightech und Heimat verschmelzen hier perfekt. Danke auch an die Gemeinde Penzberg für das Miteinander und das Handwerk für die schnelle und unfallfreie Arbeit!«

Alexander Dobrindt, Bundesminister des Innern, unterstreicht die Bedeutung biomedizinischer Innovationen: »Das Fraunhofer ITMP ist Symbol für den Gewinn an Unabhängigkeit und an Souveränität. Pandemien prägen unser Zeitgeschehen und belasten unser öffentliches Leben. Unser Ziel ist es, durch das ITMP besser vorbereitet zu sein, den nächsten gefährlichen Erreger schneller zu erkennen und zu behandeln.«

Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, ergänzt: »Mit dem neuen Fraunhofer Institutsteil in Penzberg bauen wir das biomedizinische Ökosystem in Bayern weiter aus. Bayern und der Bund investieren dafür nahezu 90 Millionen Euro in Penzberg und München. Das Fraunhofer ITMP bringt seine anwendungsorientierte Forschung und sein breites Netzwerk aus Wissenschaft und Industrie ein, um Prävention, Vorsorge und Früherkennung künftiger Pandemien zu verbessern und die Entwicklung neuer Therapien gegen Infektionskrankheiten zu beschleunigen. Diese enge Kooperation zwischen Fraunhofer, Universitäten und Unternehmen stärkt den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Bayern und liefert konkrete Vorteile für den Gesundheitsschutz unserer Bevölkerung.«

»Hightech hilft: Penzberg steht für eine einzigartige Transformationsgeschichte – vom Bergbau zur Ressource Geist. Das Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie bringt medizinische Erkenntnis direkt in die Praxis – auch dank eines starken Ökosystems aus Wirtschaft und Wissenschaft mit Unternehmen wie Roche, der LMU und dem LMU Klinikum. Die Rahmenbedingungen sind mit dem Neubau herausragend. Der Fokus liegt auf infektiologischer Expertise in den Bereichen Analytik, Medizin, Bakteriologie, Virologie und Protein-Biotechnologie. Bayern ist traditionell Pharma- und Medizinstandort – wir wollen wieder daran anknüpfen, die Apotheke der Welt zu sein. Denn: Medizinische Forschung ist auch ein entscheidender Beitrag zu unserem Wohlstand und unserer Souveränität,« erklärt Markus Blume, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst.

Schnelle Umsetzung von Forschungsergebnissen in die klinische Anwendung

»Der Neubau des Fraunhofer ITMP in Penzberg steht nicht nur für die gezielte Weiterentwicklung von Schlüsselbereichen der biomedizinischen Forschung, sondern auch für die Art, wie wir bei Fraunhofer Gesundheitsforschung verstehen: vernetzt, interdisziplinär und am Bedarf der Menschen orientiert«, erklärt Elisabeth Ewen, Vorständin für Personal, Unternehmenskultur und Recht bei der Fraunhofer Gesellschaft. »Hier entsteht eine hochmoderne, leistungsfähige Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung, Diagnostik und pharmazeutischer Entwicklung, um wissenschaftliche Erkenntnisse zum Wohle der Patientinnen und Patienten schnell in klinische Anwendungen und medizinische Innovationen zu überführen. Damit stärken wir den Wissenschafts- und Innovationsstandort Bayern und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zu einer resilienten und zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung.«

Prof. Michael Hoelscher, Standortleiter für Immunologie, Infektions- und Pandemieforschung IIP am Fraunhofer ITMP und Direktor des Instituts für Infektions- und Tropenmedizin am LMU Klinikum München, hebt die Bedeutung der geballten Expertise im unmittelbaren Umfeld an das Fraunhofer ITMP hervor:  »Durch die intensive Zusammenarbeit mit dem LMU Klinikum München und der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie die enge Kooperation mit Roche und weiteren Industriepartnern können wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in klinische Anwendungen und industrielle Innovationen überführt werden und das sogenannte Medical Valley« am Biotechnologie-Standort in Penzberg nachhaltig gestärkt werden«

LMU-Präsident Prof. Dr. Dr. Matthias Tschöp: »Wissenschaft entfaltet ihren größten Wert nicht dann, wenn sie im Labor endet. Sondern wenn sie das Leben von Menschen verbessert. Kluge Kooperation mit Industriepartnern wirkt hierbei häufig nicht nur als Transferbeschleuniger wissenschaftlicher Erkenntnisse. Sie verbessert vielfach auch die Forschung selbst. Genau in diesem Miteinander liegt eine besondere Stärke des Standorts Penzberg. Als Präsident der Ludwig-Maximilians-Universität München – und ebenso als Mediziner und Wissenschaftler – freue ich mich deshalb sehr, dieses Vorhaben begleiten zu dürfen.«

Über das Fraunhofer ITMP, Standort für Immunologie, Infektions- und Pandemieforschung IIP 

Das Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP bündelt mit Standorten in ganz Deutschland Expertise in wichtigen Gesundheitsbereichen wie Immunologie, um wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in die medizinische Praxis zu überführen. Der Institutsteil für Immunologie, Infektions- und Pandemieforschung IIP in Penzberg/München befindet sich derzeit im Aufbau. Seit Mai 2022 sind die Labore im Kompetenzzentrum für Life Sciences von Roche in Penzberg in Betrieb. Der Standort wird bis 2028 in ein eigenes Gebäude umziehen, das Platz für rund 50 Forschende bietet. Zusätzlich soll ein autarker S3-Bereich errichtet werden. Die geplanten Arbeiten konzentrieren sich auf die Erforschung von Nachweisverfahren für bakterielle und virale Krankheitserreger sowie Ansätze zur Stärkung des Immunsystems.